Selbstständige sind in diesem Sektor organisiert. Sie werden durch das CPIH, das UMIH und das FAGIHT (für Saisonarbeitgeber) vertreten. Da sie repräsentativ sind, können sie an Tarifverhandlungen teilnehmen. Tarifvertrag für die Hotel-, Gaststätten- und Freizeitwirtschaft (kurz gesagt) vom 1. Februar 2018 bis 31. März 2020 Mit dem 1. Januar 2008 wurde von der österreichischen Regierung ein neues Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit umgesetzt. Dieses Gesetz folgte im April 2007 einer Vereinbarung über die Sozialpartner und gilt für die gesamte Wirtschaft. Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist der Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitnehmer vor Beginn der Beschäftigung bei den Trägern der sozialen Sicherheit anzumelden; zuvor wurde eine siebentägige Übergangszeit gewährt. Der HORECA-Sektor bleibt ein Bereich der Integration junger Menschen: Der Anteil der Menschen unter 25 Jahren ist doppelt so hoch wie der aller Wirtschaftssektoren. Mit Ausnahme der qualifiziertesten erhalten junge Arbeitnehmer leicht einen ersten Arbeitsplatz in diesem Sektor.

Es gibt jedoch Abweichungen je nach Ausbildungsgrad und gewählter Spezialität. Die Wahl des Lernens als Ausbildungsweg scheint die beste zu sein: Die ehemaligen Auszubildenden haben besseren Zugang zu Arbeitsplätzen mit besseren Bedingungen (mehr Dauer- und Vollzeitarbeitsplätze), während der Lohnvorteil nicht signifikant ist. Der Zugang junger Menschen zu Arbeitsplätzen in der Industrie mag zunächst zufriedenstellend erscheinen, aber ziemlich schnell (bereits in drei Jahren) wird eine grundlegende Veränderung festgestellt: Die Jungen neigen dazu, den Sektor für andere Tätigkeiten zu verlassen. Darüber hinaus sind zwei Drittel der jungen Arbeitnehmer (Anfänger), die in Hotels und Restaurants eingestellt werden, unter jungen Menschen, die in diesem Sektor nicht ausgebildet sind. So wird die Beschäftigung in der Kategorie “Arbeitnehmer” (die zahlreichste) von einem Pool von jungen, Absolventen oder nicht angetrieben, mit einer breiten Palette von Spezialitäten. (FAFIH, Studie 2010) Mit der Umsetzung neuer Rechtsvorschriften über Tabak im Hotel- und Gaststättengewerbe im Jahr 2009 wurde ein Tarifvertrag zum Schutz der Arbeitnehmer vor Passivrauch geschlossen (siehe unten). Eine spezielle Analyse des repräsentativen Österreichischen Arbeitsklimaindex, der die subjektive Zufriedenheit mit dem Arbeitsleben (kontinuierlich seit 1997 in vierteljährlichen Abständen) für die Tourismusbranche misst, zeigt, dass nur 31% aller Beschäftigten in der Branche mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind (gegenüber 39% in den anderen Branchen, vgl. Biehl et al. 2011: 103). Darüber hinaus klagen die Beschäftigten der Branche über hohen Stress, begrenzte Aufstiegschancen und vergleichsweise niedrige Löhne (vgl. ebd.). Im November 2008 wurde ein spezifisches Qualifizierungsprogramm des AMS (in dessen Exekutivorganen die Sozialpartner ständig vertreten sind) durchgeführt (“Förderung der Qualifizierung von Arbeitnehmern im Hotel- und Gaststättengewerbe”).

Die Kosten für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werden vom AMS bezuschusst, um die Dauer der saisonalen Arbeitslosigkeit zu verkürzen und die Weiterbildung zu fördern. Nach Vorlage eines Bildungsplans (gemeinsam vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber vereinbart) werden 90% der Kurskosten vom AMS übernommen, die restlichen 10% sind vom Arbeitgeber zu bezahlen. Anspruchsberechtigt sind entweder Personen in Arbeitsverhältnissen, die einer Vollpflichtversicherung unterliegen, oder registrierte Arbeitslose. Es liegen jedoch keine Daten über die Beteiligung der Arbeitnehmer an diesem Programm und auch keine Bewertung vor. Auch Fragen der Arbeitszeit waren Teil der jüngsten Tarifrunde. Die Arbeitgeberseite forderte, die vorgeschriebenen Ruhezeiten von elf auf acht Stunden zu senken; dies wurde jedoch von den Gewerkschaften verhindert.